Kölner Brauerei-Verband begrüßt kritischen Kurs von Oberbürgermeister Torsten Burmester zur Verpackungssteuer

Köln, 21. Oktober 2026 – Der Kölner Brauerei-Verband begrüßt die Haltung von Oberbürgermeister Torsten Burmester zur geplanten Verpackungssteuer in Köln und unterstützt die kritische Position von CDU und SPD gegenüber einer zusätzlichen Abgabe auf Einwegverpackungen.

„Die Gastronomie steht bereits unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Steigende Personal-, Energie- und Lebensmittelkosten belasten die Betriebe seit Jahren. Eine zusätzliche Verpackungssteuer würde diese Situation weiter verschärfen“, sagt Christian Kerner, Geschäftsführer des Kölner Brauerei-Verbandes.

Neben der Gastronomie wären auch der Einzelhandel, Lieferdienste und die Veranstaltungsbranche von der Steuer betroffen. Die Einführung würde für die Unternehmen einen erheblichen finanziellen und organisatorischen Mehraufwand bedeuten. Kassensysteme müssten angepasst und zusätzliche buchhalterische Maßnahmen umgesetzt werden, um Einwegverpackungen, Besteck und Becher steuerlich getrennt zu erfassen. Auch für die Stadt Köln wäre die Einführung mit zusätzlichem Verwaltungs- und Kontrollaufwand verbunden.

„Wir brauchen weniger Bürokratie. Die Betriebe dürfen nicht mit immer neuen Abgaben und Vorschriften belastet werden, die letztlich auch zu höheren Preisen für die Gäste führen können“, betont Christian Kerner.

Der Vorschlag von Oberbürgermeister Burmester, zunächst auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der Gastronomie zu setzen, findet daher die Zustimmung des Kölner Brauerei-Verbandes. Ziel müsse es sein, Verpackungsmüll wirksam zu reduzieren und gleichzeitig praktikable Lösungen für die Betriebe zu schaffen.

Bereits bestehende gesetzliche Instrumente wie die Mehrwegangebotspflicht im Verpackungsgesetz und der Einwegkunststofffonds leisten einen Beitrag zur Vermeidung von Verpackungsmüll. Diese Instrumente sollten konsequent genutzt und bei Bedarf durch bundesweit einheitliche Regelungen zur Müllvermeidung ergänzt werden. Solche Regelungen könnten Wettbewerbsverzerrungen zwischen einzelnen Kommunen vermeiden und die Wirksamkeit der Maßnahmen erhöhen.

„Was wir weiterhin brauchen, sind funktionierende und akzeptierte Rücknahmesysteme für Mehrwegbehältnisse. Entscheidend ist, dass Mehrweg für Betriebe und Verbraucher gleichermaßen einfach und praktikabel funktioniert“, erklärt Christian Kerner.

Die Kölner Gastronomie ist ein wichtiger Bestandteil der städtischen Wirtschaft und prägt mit ihren Restaurants, Kneipen und Brauhäusern das gesellschaftliche Leben der Stadt. Sie braucht verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit statt zusätzlicher finanzieller Belastungen.

„Wir unterstützen ausdrücklich das Ziel, Verpackungsmüll zu vermeiden. Entscheidend sind aber Lösungen, die gemeinsam mit der Gastronomie entwickelt werden und sich im Alltag bewähren“, so Christian Kerner abschließend.

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